Montag, 22. Juni 2009

Baudelaire

Zigeuner auf der Fahrt

Zum Aufbruch muss der Stamm der Zaubrer rüsten,
Glutäugig Volk. – Es schleppt der Weiber Schar
Bücklings die Kinder, reicht dem Säugling dar
Den stets bereiten Schatz aus braunen Brüsten.

Zu Fuss die Männer, deren Waffen flimmern,
Die Karren rollen langsam nebenher;
Und Aller Augen wandern sehnsuchtsschwer
Zum Himmel, wo die fernen Träume schimmern.

Sie ziehn vorbei, – und im Versteck die Grille
Singt doppeltlaut ihr Lied durch Morgenstille;
Die Erde, die sie liebt, vermehrt ihr Grün,

Lässt Felsen sprudeln, lässt die Wüste blühn
Für sie, die in der Zukunft dunkles Brauen
Wie in vertraute lichte Lande schauen.

(Charles Baudelaire,
aus "Die Blumen des Bösen")

Dienstag, 19. Mai 2009

mini + airstream

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Mittwoch, 29. Oktober 2008

WU WEI

„Ohne Absicht bleibt doch nichts ungefördert; denn man ist nie im Zweifel, was man zu tun hat.“

I Ging

Sonntag, 26. Oktober 2008

Der weg ist das Ziel

... auch wenn es fern und unerreichbar scheint:

"Machen wir die ersten Schritte, um zu erfahren, dass im Gehen die Freude uns begleitet, in der Bewegung die Schoenheit uns begegnet und nur im WANDEL sich die Liebe uns offenbart."

Sonntag, 19. Oktober 2008

Das Nichts

Das Nichts kann man schon darum nicht denken, weil dabei immer das Denken übrig bleibt und man somit keineswegs das Nichts gedacht, sondern nur vom Objekt abstrahiert hat. „ (Franz Grillparzer)

Das Nichts ist eines der Begriffe, die unser Denken in eine Sackgasse führt. Denn unser "abendländisches" Denken ist dominiert von Differenz. Gut und Böse, Tag und Nacht, Etwas und Nichts. Es gibt aber auch ein Denken, das von Kohärenz bestimmt ist, von Zusammenhängen und Zusammengehörigkeit.
Im Vietnamesischen und wahrscheinlich in einigen andern Sprachen gibt es in der Alltagssprache kein „ICH“ als Bezeichnung des Subjektes. Statt „Ich“ sagt man „Bruder“ (Anh). „Ich liebe Dich“ heißt übersetzt. „Bruder liebt Schwester“. Eindeutige „Ja“- und „Nein“-Aussagen werden in asiatischen Sprachen viel seltener gemacht. Es geht hier mehr um den Fluss der Dinge als um klare Differenzierungen. Wir befinden uns gerade in einer Übergangszeit von einer Epoche der Differenz, der Trennung, der Dualität hin zu einer neuen Philosophie der Kohärenz. Jene phänomenologische Sicht setzt sich langsam durch, die das Verbindende vor das Trennende setzt, die nur im Dialog, im Phänomen der Begegnung eine Erkenntnismöglichkeit sieht. Das Gegenüber anerkennen bedeutet gleichzeitig das Erkennen. Es gibt kein Erkennen und keine Wirklichkeit ohne Begegnung, ohne dem Gegenüber.

Das Nichts ist demnach kein phänomenologischer Begriff. Er exisitiert zwar als Abstraktion in unserer Sprache (in unserem Sprachspiel), bezeichnet aber keinen Teil der Wirklichkeit.

Der Kosmos ist prozesshaft, nicht ontisch , nicht objekthaft, sondern gewissermaßen nur ein "Dazwischen", reine Verbundenheit. Die Frage ist nicht: "Was existiert?", sondern: "Was passiert?". (Hans Peter-Dürr)

Freitag, 10. Oktober 2008

Fischer im Rhytmus des Wassers

"Er lebt von Innen heraus. Er fühlt, dass er von Kräften gelenkt wird, die stärker sind als er, und er gibt sich dem hin. Er spürt in sich einen wilden tiefen Strom, der ihm hilft, sein Potenzial, seine ihm innewohnenden Kräfte und seine angeborenen Fähigkeiten nach außen zu bringen. Er handelt instinktiv und intuitiv. Er hat Zugang zu seinem Unbewussten, auch wenn er die Frauen nicht unbedingt versteht, er lässt sich mitreißen, hinwegtragen, auch wenn er dabei zugrunde geht. Etwas in ihm ist stärker als er, und er ist einverstanden damit.
(...)
Er ist der Fischer, der mit ablaufendem Wasser hinaus aufs Meer fährt und sich mit der nächsten Flut wieder in den Hafen treiben lässt. Er weiß, dass manche Häfen im Watt nur eine von zwölf Stunden genug Wasser für sein Schiff haben, und richtet sich danach.“

Der Mann im Zeichen des Wassers, aus „Donner, Wind und Berg“, Christine Li & Ulja Krautwald

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Reise

Ich bin der Mensch meines Lebens, der Held meiner eigenen Lebensgeschichte. Der Protagonist meines Lebens, der im Laufe einer (gut erzählten) GESCHICHTE mehrere Wandlungen durchmacht.
Jede Heldenreise beginnt mit einem Aufbruch (aus der vertrauten Umgebung), findet einen Höhepunkt in der symbolischen Verbindung mit seinem POTENTIAL und der Realisierung desselben und endet oft mit dem (symbolischen) Tod und einer Wiedergeburt, von der dann die Heimat, die man verlassen hat in der Regel sehr profitiert!
Der Weg der LEBENSABENTEUERREISE führt zuerst nach Innen (schauen, was sind da für Rollenfixierungen, alte Konditionierungen, Glaubenssätze etc.). Dann aber, nach der Sortierung des Reisegepäcks, muss man sich auf die ungewisse, riskante Reise und auf unbekannte Pfade begeben, wenn man den Wandel will und dem Stillstand entkommen möchte, wenn man am Treiben des Lebens teilhaben möchte.

Donnerstag, 2. Oktober 2008

Verlieben

Dass Verliebtheit einer Krankheit ähnelt, entdeckte im Jahre 2000 erstmals Donatella Marazitty von der Universität Pisa. Die Psychiaterin stellte fest, dass bei Verliebten der Hirnbotenstoff Serotonin 40 Prozent unter den Normalwert fällt. Ein absinkender Serotoninspiegel ist typisch für Zwangsstörungen. Beispiel: Wer dreimal in die Wohnung zurückkehrt, weil er fürchtet, den Herd nicht abgeschaltet zu haben, dem kann mit einem Serotonin-Wiederaufnahmehemmer geholfen werden. So ein Medikament sorgt dafür, dass Serotonin langsamer abgebaut wird, also dem Körper länger zur Verfügung steht. Und tatsächlich: Im Tierversuch konnten monogame Mäuse mit so einem Medikament von ihrer Fixierung auf ihren Partner „geheilt“ werden. Verliebte sind genauso vom Objekt ihrer Leidenschaft besessen wie Zwanghafte.

Aber nicht nur die Hormone geraten aus der Balance. Auch die Hirnzentren zeigen ungewöhnliche Aktivitäten. Auf Hochtouren arbeiten vor allem folgende zwei:

1.Das ventrale Tegmentum: Diese Hirnregion ist Teil des Belohnungszentrums und produziert Dopamin.

2. Der Nucleus caudatus: Das ist eine sichelförmige Region nahe der Hirnmitte, im ältesten Teil des Gehirns. Diese Hirnregion hilft, Belohnungen zu entdecken und bestimmte Belohnungen anderen vorzuziehen.

Liebe ähnelt einer Sucht. Meldet sich der/die Geliebte nicht, gibt es Entzugserscheinungen: Unruhe, Tunnelblick auf die „Droge“, Kontrollverluste, Appetit- und Schlaflosigkeit. Kein Wunder. Einen erhöhten Dopaminspiegel findet man bei Verliebten ebenso wie bei Kokainjunkies.
http://www.berlinx.de/ego/typisch/typisch.php?id=68

Raumzeitbegegnung

- Das SELBST ist reine Illusion, ein soziales Konstrukt das in unserer überindividualisierten Welt eine kultische Überhöhung erfährt, wie es in der Menschheitsgeschichte bisher noch nicht der Fall war.

- Das Selbst ist allein (selbst) jedoch gar nichts ohne das Gegenüber, das Andere, das Du. Nur in der BEGEGNUNG (mit anderen Menschen, mit Tieren mit der Natur, mit den Dingen der Welt) entsteht überhaupt das, was wir als das Selbst bezeichnen.
„Alles echte Leben ist Begegnung. Begegnung liegt nicht in Zeit und Raum, sondern Raum und Zeit liegen in Begegnung.“ (Martin Buber)

Harringer

Auf Durchreise

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